Minab
Masiha Salari

Schüler

Masiha Salari

Masiha Salari war Erstklässler.

Sein Vater sagt: „Ich glaube, Masiha wusste zwei Monate im Voraus, dass er zum Märtyrer werden würde.“ Er erklärt, dass sie in Masihas Skizzenbuch eine Zeichnung gefunden hätten, in der er, auf irgendeine Weise, das Ereignis gezeichnet hatte, bevor es geschah. Sie zeigten das Skizzenbuch der Kamera. Er hatte sogar die Rakete gezeichnet.

Über den Tag der Tragödie sprechend, sagt sein Vater:

„Ich weckte ihn um sechs Uhr morgens. Zuerst schaute er, wer es war, denn er mochte es, wenn ich ihn weckte. Als er sah, dass ich es war, wurde er glücklich.

Dann sah ich, dass er seine Schuhe an die Wand gestellt hatte. Er sagte: ‚Papa, ich habe meine Schuhe gewaschen, und sie sind nass.‘ Ich sagte ihm: ‚Masiha, du hast doch deine alten Schuhe.‘ Ich holte seine alten Schuhe aus dem Schuhschrank und stellte sie an die Tür.

Als ich ins Zimmer zurückkam, sah ich, dass Masiha einen der Schuhe weggeworfen hatte. Ich sagte: ‚Wo ist der andere?‘ Er sagte: ‚Ich weiß nicht, wohin ich ihn geworfen habe. Geh und such ihn.‘

Ich suchte etwa zwei Minuten und fand ihn. Er hatte ihn in ein Loch geworfen. Ich brachte ihn zurück und gab ihm den Schuh zum Anziehen. Dann sah ich, dass, so sehr er sich auch bemühte, genau dieser Schuh – derselbe, den er weggeworfen hatte – nicht an seinen Fuß passen wollte.

Wir fanden Masihas Körper mit genau diesem Schuh.

Dieser Schuh wurde zu unserem Zeichen. Ich habe drei Tage lang in der Leichenhalle nach ihm gesucht, und am Ende war es dieser Schuh, der mir half, ihn zu finden.

Dieser Schuh war das Zeichen, das Masiha uns hinterlassen hatte.“

Was von Masiha bleibt, ist nicht nur die Trauer eines Vaters, sondern auch das Rätsel der kleinen Gesten eines Kindes: eine Zeichnung in einem Heft, ein weggeworfener Schuh, eine Spur, die hinterlassen wurde, als hätte er gewusst, dass seine Liebsten etwas, irgendetwas, brauchen würden, um ihn zu finden.

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