
Es war gegen 11:16 Uhr … Ich stand mit den Kindergartenkindern meiner Klasse auf dem Schulhof, als die erste Rakete die Schultreppe traf.
Fouzieh Zakeri, Makans Kindergärtnerin aus dem Vorjahr, erinnert sich mit schmerzhafter Klarheit an jene Sekunden: der furchtbare Einschlag, gegen die Wand geschleudert zu werden, der Rauch, der Staub und das Weinen der Kinder.
Sie erzählt, dass der Feind weniger als eine Minute später eine zweite Rakete auf das Gebäude abfeuerte. Obwohl sie selbst verletzt war, sammelte sie die Kinder, die auf dem Schulhof waren, in ihren Armen und trug sie, so weit ihre Kraft reichte, aus der Schule hinaus.
Die Wunden an ihrem Bein und Rücken sind bis heute geblieben. „Mein rechtes Bein war an mehreren Stellen gebrochen und aufgerissen, und mein Rücken war verletzt“, sagt sie. „Aber ich konnte nur daran denken, dass diese Kinder überleben mussten.“
Sie erzählt, dass acht ihrer früheren Schülerinnen und Schüler bei diesem Verbrechen zu Märtyrern wurden. Einer von ihnen war Makan Nasiri, der gerade Erstklässler geworden war. Sein Körper wurde bis heute nicht gefunden, und sein Name bleibt unter den Vermissten.
„Makan war ein sehr verspielter und lebhafter Junge“, sagt sie. „Fehlte er auch nur einen Tag, spürte man seine Abwesenheit im Klassenzimmer. Ich rief dann seine Mutter an und fragte: ‚Warum ist Makan nicht hier? Ohne ihn ist die Klasse so still.‘“
Eine ihrer schönsten Erinnerungen an ihn geht auf den Lehrertag zurück. „Es war der 2. Mai 2025. Makan brachte mir Blumen. Zur letzten Klingel sagte er: ‚Lehrerin, ich möchte ein Erinnerungsfoto mit Ihnen und diesen Blumen machen.‘ Dieses Foto habe ich noch immer vor Augen.“
Sie hält inne, und ihr Blick senkt sich.
Es ist, als würde Makans Lachen noch immer in ihrem Klassenzimmer nachklingen.