Minab
Ehsan Saleminia

Schüler

Ehsan Saleminia

Das ganze Leben seiner Mutter

Ehsan Saleminia war Erstklässler aus Minab, das einzige Kind von Ebrahim Saleminia und Fatemeh Sharifi Nejad. Er wurde am 17. April 2019 geboren und war sieben Jahre alt, als er getötet wurde.

Seine Mutter erinnert sich an ihn als einen lächelnden, warmherzigen Jungen, der mit jedem Freundschaft schloss, jung und alt. Zu Hause war er hilfsbereit und liebevoll. Er spülte Geschirr, sammelte Wäsche ein, und wenn sein Vater nicht da war, sagt seine Mutter, wurde Ehsan zum Mann des Hauses.

Er wollte nie irgendwohin gehen, ohne sie. Selbst wenn sie zum Markt ging, folgte er ihr. Mit nur sieben Jahren war er schon ihre Stütze, ihr Begleiter und ihr Freund. Wenn er auch nur einen Keks hatte, brach er ihn in Stücke und teilte ihn mit allen um ihn herum.

Gegen 11:15 Uhr rief seine Lehrerin, Maliheh Naeimi, die ebenfalls bei dem Angriff getötet wurde, Ehsans Mutter an und sagte ihr, sie solle schnell kommen, weil die Lage nicht sicher sei. Sie rannte zur Schule. Als sie ankam, lag das Gebäude in Trümmern. Immer wieder rief sie Ehsans Namen, in der Hoffnung, er könne unter den Kindern draußen sein.

Ehsans Leichnam wurde am nächsten Tag in einer der Kühlhallen im Industriegebiet von Minab gefunden. Sein Onkel ging, um ihn zu identifizieren. Seine Mutter bat ihn, nach den Merkmalen zu suchen, die sie kannte: dem blauen Fleck an seiner Hand, dem Mal auf seiner Stirn, seinen pummeligen Füßen. Aber sein Onkel sagte ihr, diese Körperteile seien nicht mehr da.

Als sie ihn schließlich sah, war nur sein Gesicht unversehrt. Er sah ruhig aus, als würde er schlafen. Sie hielt die sechsundzwanzig Kilogramm ihres Ehsan in den Armen, aber der kräftige, lächelnde kleine Körper, den sie gekannt hatte, war nicht mehr da.

Die Worte seiner Mutter bleiben als sein wahrstes Denkmal: „Ehsan, du warst nicht nur mein Sohn. Du warst mein ganzes Leben.“

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