
Arina Arabkish Chelouei war Sechstklässlerin an der Shajareh-Tayyebeh-Schule. Sie war außerdem Taekwondo-Sportlerin, Trägerin des Poom-1-Gurts und eine engagierte Schülerin von Meisterin Bahar Mobedi.
Arina glänzte nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch beim Taekwondo. Ihre Liebe zu diesem Sport war so groß, dass sie für ihr Training von Minab nach Bandar Abbas (100 km entfernt) reiste, jedes Mal mit Eifer, Disziplin und dem Traum, Meisterin zu werden. Bei Wettkämpfen gehörte sie oft zu den Medaillengewinnerinnen, und ihr Talent und ihre Ausdauer waren in ihrem Umfeld bekannt.
Ihre handschriftlichen Notizen zeigten die Tiefe ihres Denkens. Sie schrieb über großes Denken, positives Denken, Willenskraft und Meisterschaft. Beim Training stellte sie sich nicht nur sich selbst vor; sie stellte sich Hunderte anderer in verschiedenen Städten vor und nutzte mentale Visualisierung, um ihre Technik zu stärken. Arina war ein Kind, das bereits gelernt hatte, diszipliniert zu träumen.
Aber der Schmerz kam zweimal über die Familie Arabkish. Auch Ali, Arinas jüngerer Bruder und Fünftklässler an derselben Schule, wurde bei dem Angriff getötet. Er ging nicht den Weg des Taekwondo wie seine Schwester, aber er teilte ihr Zuhause, ihre Schule und schließlich ihr Schicksal.

Arina und Ali wurden aus einem Ort genommen, der Kindheit, Lernen und Wachstum hätte schützen sollen. Die eine ging bereits den Weg der Meisterschaft; der andere wuchs noch still an ihrer Seite heran. Gemeinsam wurden sie Teil der Wunde von Minab: zwei Kinder einer Familie, zwei Leben, die vom Krieg verbrannt wurden, zwei Namen, die bleiben werden.