Minab
Amirali Jodavi

Schüler

Amirali Jodavi

Amirali Jodavi war Zweitklässler.

In den letzten Tagen seines Lebens wartete Amirali mehr als alles andere auf die Geburt seiner kleinen Schwester.

Seine Mutter war in den letzten Monaten der Schwangerschaft, und Amirali sprach mit Begeisterung von dem Baby, das bald zu ihrer Familie stoßen würde. Schon bevor sie geboren war, hatte er bereits einen Namen für sie ausgesucht. Jedes Mal sagte er mit völliger Gewissheit, ihr Name müsse „Aylin“ sein.

Die Menschen um ihn herum neckten ihn manchmal und fragten scherzhaft: „Was ist das denn für ein Name, Aylin?“ Aber Amirali änderte niemals seine Meinung. Er wiederholte immer wieder denselben Namen.

Für ihn war seine kleine Schwester nicht nur ein Baby auf dem Weg. Sie war Teil der Zukunft, die er sich bereits ausgemalt hatte. Er wollte, dass sie unter dem Namen bekannt würde, den er für sie ausgewählt hatte.

Ein paar Tage später, bevor er die Geburt seiner Schwester erleben konnte, veränderte der Angriff auf die Schule alles. Amirali wurde bei dieser Tragödie zum Märtyrer und hatte nie die Gelegenheit, das Baby zu sehen, das er so sehr geliebt hatte, noch bevor es überhaupt auf die Welt kam.

Aber der Name, den er so oft wiederholt hatte, blieb in der Familie erhalten.

Am Ende wählte die Familie genau den Namen, den Amirali sich für ihre Tochter gewünscht hatte.

„Aylin“ ist jetzt nicht nur die Erinnerung an die Wahl eines Kindes. Sie ist ein Zeichen der tiefen Liebe eines Bruders, der diese Welt verließ, bevor seine Schwester geboren wurde.

Amirali Jodavis Geschichte, getragen von dem Namen, den er hinterließ, wurde zu einer der schmerzlichsten und bleibendsten Erinnerungen seiner Familie.

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