
Setayesh Alihoseini war Viertklässlerin.
Masoumeh Mehran Sheikhabadi, Setayeshs Mutter, sagt:
„Eine Woche vor ihrem Märtyrertod saßen wir vor dem Fernseher, als sie unseren Obersten Führer zeigten. Setayesh sagte: ‚Mama, nächste Woche bringen sie mich zu unserem Führer, Herrn Khamenei.‘
Ich sagte: ‚Mein Schatz, nicht ohne mich. Wenn sie Kinder mitnehmen, müssen sie sie mit ihren Eltern mitnehmen.‘
Sie sagte: ‚Nein. Nur die Lehrerinnen, die Schüler und die Schulleiterin fahren zusammen. Dich werden sie nicht mitkommen lassen.‘
Ich sagte: ‚Nein, ich kann es nicht ertragen, ohne dich, mein Kind.‘ Setayesh war so ein unschuldiges Mädchen, und ich konnte es nicht ertragen, ohne sie zu sein. Ich habe mir immer Sorgen um sie gemacht.
Sie wiederholte: ‚Nur Schüler und Lehrer.‘
Ich lachte und sagte: ‚Nein, und das werde ich auch nicht erlauben.‘
Sie sagte: ‚Mama, ich gehe.‘
Diese Diskussion wiederholte sich mehrmals, und schließlich sagte ich: ‚Wie könnten sie ein Kind in diesem Alter ohne seine Eltern mitnehmen?‘ Ich fragte mich immer wieder, ob sie es ernst meinte oder nicht.
An jenem Abend, als ihre Schwester nach Hause kam, sagte ich: ‚Sie sagt, sie geht auf einen Schulausflug nach Teheran, um Herrn Khamenei zu sehen.‘
Ihre Schwester fragte: ‚Allein?‘
Setayesh sagte: ‚Sie nehmen mich mit, Mama!‘
Am Samstag, als es geschah, sagte man zunächst, Setayesh sei nicht zur Märtyrerin geworden und liege im Krankenhaus. Ich sagte: ‚Wenn sie nicht zur Märtyrerin geworden ist, warum bringt ihr mich dann nicht ins Krankenhaus, damit ich sie sehen kann?‘
Ich ging ins Krankenhaus, und dort sagte man mir, sie sei zur Märtyrerin geworden. Ich war am Boden zerstört.
Später kam die Nachricht, dass auch Herr Khamenei zur Märtyrerin geworden war. Da erinnerte ich mich an Setayeshs Worte. Ich sagte: ‚Mein Kind, es wurde dir eingegeben, dass du mit dem Führer gehen würdest.‘
Setayeshs Worte kommen mir immer wieder in den Sinn. Ich habe das Gefühl, dass es ihr offenbart worden war.“