
Fatemeh Shahdadi war Sportlehrerin an der Shajareh-Tayyebeh-Schule in Minab. Geboren am 11. September 1991 im Stadtviertel Sheikhabad in Minab, hatte sie Sportwissenschaft an der Payam-Noor-Universität studiert und war für ihr Engagement bei der Förderung von Handball unter den Schülerinnen und Schülern bekannt. Sie besaß eine Trainerlizenz der dritten Stufe und ein Schiedsrichterzertifikat der dritten Stufe im Handball und unterrichtete Sport nicht nur als Bewegung, sondern als Freude, Teamgeist, Disziplin und Leben. Sie steckte voller Lebenskraft; sie unterstützte ihre Schülerinnen und Schüler nicht nur in der Schule, sondern begleitete manche von ihnen sogar außerhalb der Schulzeit in ihrem Fitnessstudio.
Am Tag des Angriffs unterrichtete sie gerade Sport. Als die erste Explosion einschlug, tat sie, was nur eine wahre Lehrerin – und vielleicht nur eine mütterliche Seele – tun konnte. Sie ging vom Hof zurück in die Schule, um Kindern zu helfen. Während sie half, traf die zweite Rakete die Schule; sie wurde unter einem Pfeiler eingeklemmt und konnte sich nicht mehr bewegen. Gleichzeitig brach ein Feuer aus, und sie verbrannte in den Flammen, gefangen unter den Trümmern. Die Druckwelle und der Schutt nahmen ihr das Leben. Doch mehrere Kinder überlebten im Schutz ihrer letzten Umarmung. Die Hälfte ihres Körpers war unter Trümmern begraben; der Rest war vom Feuer verbrannt.
In gewöhnlichen Zeiten sagt man, eine Lehrerin sei eine zweite Mutter. In Minab bewies Fatemeh Shahdadi das mit ihrem eigenen Körper. Sie verließ ihre Schülerinnen und Schüler nicht. Sie lief nicht in Richtung Sicherheit. Sie wurde selbst zur Sicherheit. Ihre letzte Lehrstunde war nicht Handball, nicht Bewegung, nicht Sport. Ihre letzte Lehrstunde war die Aufopferung.